Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz für Ärzte

Der Umgang mit Strahlung ist gesetzlich bestimmt. Ab dem 1.1. 2019 gilt hierfür ein im Sommer 2017 vom Parlament beschlossenes deutsches Strahlenschutzgesetz sowie ergänzend eine neue, Ende 2018 veröffentlichte Strahlenschutzverordnung.

Danach dürfen Ärzte, die noch nicht eine Fachkunde im Strahlenschutz erworben haben, nur unter Aufsicht und Anleitung eines Arztes mit dieser Fachkunde Röntgenstrahlen oder andere Strahlen  auf den Patienten anwenden. Voraussetzung hierfür ist aber, dass dem Arzt ohne Fachkunde die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz zuvor vermittelt worden sind.

Der Erwerb dieser Kenntnisse geschieht nach amtlichen Richtlinien.  Neben theoretischem Unterricht ( Rechtsvorschriften, Physik der Strahlen, Gerätekunde usw. ) sind dabei auch praktische Anleitungen vorgesehen.

Für die Röntgendiagnostik bedeutet dieser Kenntniserwerb eine 8-stündige Unterweisung in Form eines Kurses mit definiertem Lehrstoff. Diese 8-stündige Unterweisung ist nicht zu verwechseln mit den für den Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz noch erforderlichen zwei mehrtägigen Strahlenschutzkursen ( Grundkurs und Spezialkurs ). Erforderlich ist die genannte Unterweisung für Ärzte, die einen Einblick in den Ablauf von Röntgenuntersuchungen gewonnen haben und jetzt unter Aufsicht und Anleitung eines fachkundigen Arztes Röntgenstrahlen anwenden sollen, bevor sie die mehrtägigen Strahlenschutzkurse absolviert haben.

Für Nuklearmedizin und Strahlentherapie gelten analoge Vorschriften, der zeitliche Umfang der Kurse geht aber über das für die Röntgendiagnostik vorgesehene Maß hinaus. Auch hier ist ein Kenntniskurs für den Arzt in der Anfangszeit der praktischen Tätigkeit mit Strahlen unter Aufsicht und Anleitung vorgesehen, der vom mehrtägigen Grundkurs im Strahlenschutz und einem oder je nach Tätigkeitsfeld mehreren Spezialkursen im Strahlenschutz gefolgt wird.

Eine Besonderheit sind die speziellen Kenntnisse, die im Rahmen der Teleradiologie von dem vor Ort bei der Untersuchung des Patienten anwesenden Arzt verlangt werden, der nicht über die Fachkunde im Strahlenschutz für das eingesetzte Untersuchungsverfahren     ( z.B. Computertomographie ) verfügt. Dieser Arzt ist häufig der Stationsarzt des Patienten. Für den Erwerb dieser besonderen Kenntnisse gibt es einen eigenen Kenntniskurs. Auch dieser umfasst 8 Unterrichtsstunden.

Fachkunde im Strahlenschutz

Die Fachkunde im Strahlenschutz bescheinigt bei Ärzten die Ärztekammer auf Antrag, wenn neben einer nachgewiesenen Zeit praktischer Arbeit mit Strahlenanwendung unter Aufsicht und Anleitung auch die Bescheinigungen über den Kenntniskurs sowie über die erfolgreiche Absolvierung eines Grundkurses im Strahlenschutz sowie eines folgenden Spezialkurses vorgelegt werden. Die Einzelheiten richten sich bei Ärzten für die Röntgendiagnostik derzeit noch nach der amtlichen Richtlinie "Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin und Zahnmedizin". Für Nuklearmedizin und Strahlentherapie finden sich die Anforderungen in der Richtlinie "Strahlenschutz in der Medizin". Diese Richtlinien stammen noch aus der Zeit der seit Ende 2018 nicht mehr gültigen Röntgenverordnung und Strahlenschutzverordnung. Eine Neufassung der Richtlinien ist zu erwarten.

Die Fachkunde ist für Ärzte gegliedert in verschiedene Bereiche mit unterschiedlichen Voraussetzungen, je nach dem Tätigkeitsfeld. Es gibt somit für Ärzte mehrere Fachkunden (z. B. in der Röntgendiagnostik die Fachkunde für die Skelettdiagnostik oder die Fachkunde für die Mammographie usw.).

Medizinisch technische Radiologieassistenten (MTRA) erwerben ihre Fachkunde im Strahlenschutz mit Bestehen des Examens am Abschluss ihrer Ausbildung.

Gültigkeit 5 Jahre

Die mit den oben genannten Kursen erworbenen Qualifikationen (Erwerb der Kenntnisse und die Fachkunde) verfallen nach 5 Jahren, wenn sie nicht mit einem Aktualisierungskurs vor Ablauf dieser vom Gesetzgeber vorgesehenen Frist aufgefrischt worden sind. Dahinter steht der Gedanke, dass Rechtsvorschriften, fachliches Wissen und Gerätetechnik sich ständig weiter entwickeln und die Anwender von Strahlen auf den lebenden Menschen immer auf dem neuesten Stand sein sollen. 

Aktualisierung der Fachkunde und der Kenntnisse

Diese geschieht durch den erfolgreichen Besuch hierfür vorgesehener Kurse, die ebenfalls nach den amtlichen Richtlinien gestaltet sein müssen.

Die von uns angebotenen Kurse sind alle von der für Baden-Württemberg zuständigen Stelle, dem Regierungspräsidium Tübingen, anerkannt und der Besuch dieser Kurse ist damit bundesweit gültig.

Fortbildungspunkte

Für alle unsere Kurse für Ärzte werden zusätzlich bei der Ärztekammer Fortbildungspunkte für das für Fachärzte obligate Fortbildungszertifikat beantragt.